Donnerstag, 2. Januar 2020

Nachruf



Ich habe in meinem Leben viele tausend Seiten geschrieben.... als Journalist Reportagen, kleine Notizen zum Zeitgeschehen, Leitartikel und Berichte, haben tausende Zeugenaussagen niedergeschrieben und Lebenserinnerungen in Stichwörtern notiert. Später waren es Bücher, weitere tausende Seiten, zehn Jahre lang.

Aber ich habe nie gedacht, dass ich einmal das hier schreiben müsste....

Es war wie ein Blitz aus heiterem Himmel, der dich fassungslos werden läßt. Der Donner hallt übers Land und du realisierst nicht einmal, dass die Schallwellen dich bis ins Mark erschüttern. Weil dein Gehirn leer ist, die Gedanken weg gewischt, der Blick irgendwo hin geht, in eine Ferne, die wir nicht kennen, sondern fürchten, und du keine Ahnung hast, was du sagen sollst.

Die Email kam knapp nach Weihnachten. Ich hatte meiner Freundin Tanja und ihrer Familie zu den Feiertagen gratuliert, mit schlechtem Gewissen, weil ich mich schon wieder mal Monate nicht gemeldet hatte. Es kam keine Reaktion und ich dachte "Weihnachts-Stress", wie überall.
Doch dann, dann kam die Email, die ich nie vergessen werde. Sebastian, Tanjas Mann, antwortete auf meine Glückwünsche mit der Nachricht, dass Tanja am 17.Dezember verstorben war. Und mir zog es den Boden unter den Füssen weg...

Früher, viel früher, hatte ich Ihr das Versprechen abgenommen, mein nicht fertiggestelltes Buch fertig zu schreiben, sollte mir etwas passieren oder ich überraschend dem Fährmann begegnen, der uns alle über den Styx bringt...Don't pay the ferryman...Niemals im Leben hätte ich geglaubt, dass sie vor mir gehen würde, still und leise. In einem Alter, in dem andere über eine zweite, dritte oder vierte Karriere nachdenken, über das nächste Buch, den Urlaub mit den Kindern.

Aber nicht übers Sterben...

Tanja Frei kam aus Boston, wuchs am Bodensee auf und landete schließlich in München. Sie war eine Weltbürgerin, im Herzen und mit ihrem so wachen und kritischen Verstand. Als Lektorin und Programmleiterin bei LangenMüller war sie dafür verantwortlich, dass ich nicht nur zum Schreiben kam, sondern auch dabei blieb. Ihre legendäre Frage "Und wo sind die neuen Seiten?" begleitete mich die letzten zehn Jahre, auch als ich schon lange nicht mehr bei LangenMüller verlegte und sie trotzdem stets die erste war, die meine Seiten zum Lesen bekam. Weil Tanja eben Tanja war und sie immer die richtigen Worte an den wichtigen Stellen fand. Wie schwer das war, das habe ich begriffen, als Tanja selbst begann, Bücher zu schreiben. Nun bekam ich die ersten Seiten und - es tat mir immer wieder leid, wenn ich daran dachte - fand keine diplomatischen, wohl dosierten Worte in meiner direkten Art... Sie lachte nur, bedankte sich und schrieb alles um. Und es wurde ein begeisterndes Buch, für das ich ihr meinen Piloten John Finch gerne 'ausborgte'. Ich hoffe, sie hat mir meine Worte von damals lange vergeben.

Was macht am Ende einen Menschen aus? Was bleibt, wenn wir gehen? Die Erinnerung anderer? Die gute Nachrede? Es bleibt vor allem ein leerer Platz. Und wer den Nonsens "jeder Mensch ist ersetzbar" von sich gegeben hat, der soll in der Hölle schmoren. Nein, ist er nicht. Tanja wird immer einen Platz in meinem Herzen haben, mit ihrem ansteckenden Lächeln, ihrer unerschöpflichen Energie, ihrem Wissen und ihrer Weisheit. Sie ging niemals mit dem erhobenen Zeigefinger durchs Leben. Eher mit erhobenem Kopf, die Nase im Wind und den Blick auf den Horizont gerichtet.

Jetzt bleiben wir zurück und vielleicht sind die, die hier bleiben, die wirklich einsamen. Tanja ist weitergezogen und sollte sie herunterschauen auf uns, dann weiss ich, es ist ein nachsichtiger Blick, voller Wärme und jener Neugier, mit der sie durchs Leben ging. Ich kann nur hoffen, dass sie mir weiterhin über die Schulter schaut, meine Geschichten liest und mich immer wieder an die Tastatur zurückholt. Mit ihrem ----  "und wo sind die neuen Seiten?"   

Freitag, 26. Januar 2018

VON CHINESISCHEN KAISERN, NAZIGEHEIMNISSEN UND MUMIEN...

Manchmal geht nicht alles so, wie man es sich vorstellt. Das Leben kommt dazwischen, wie man in Österreich sagt, und so ging es auch parden, die den Zerberus Schlüssel viel schneller lesen wollte. Es begann schon damit, dass sie ihr Leseexemplar nicht erhielt (hab ich einen Postboten als Fan??) und ich ihr eines von mir nachschicken mußte. Dann ging alles langsamer, als geplant, aber gestern hat sie ihre Rezension bei LovelyBooks eingestellt und -- hier ist sie:

"Auch im vierten Band um den erfahrenen Piloten John Finch erwartet den Leser wieder ein ungemein vielschichtiges Abenteuer. Von Beginn an wird rasch deutlich, dass der alternde Abenteurer mit seinem originellen Papagei die anstehenden Aufgaben ganz sicher nicht alleine angehen kann, und nur zu bald tummeln sich in den verschiedenen Handlungssträngen und Zeitebenen die inzwischen doch schon vertrauten Figuren. Peter Compton als ehemaliger Geheimdienstchef ist beispielsweise ebenso wieder mit von der Partie wie Major Llewellyn, der trotz forgeschrittenen Alters stets eher im Unruhestand ist. Aber auch Rebus alias Alexander Reiter spielt hier erneut eine wichtige Rolle, ebenso wie der Berliner Kommissar Calis und seine Freundin Martina, das Berliner Urgestein Gustav mit seinem kuscheligen Rottweiler genauso wie die Hacker-Zwillinge vom vatikanischen Geheimdienst.

Dies soll als kleiner Auszug aus der Besetzungliste hier genügen, denn noch ist ja gar nicht deutlich, worum es hier überhaupt geht. Aber wie soll man auch vermitteln, was eine geheime Pazifikoperation eines Schiffes unter Naziflagge zu tun hat mit Qin Shihuangdi, dem ersten Kaiser von China, oder aber ein geheimnisvolles Aquarell mit den geheimen Machenschaften der Kommerziellen Koordinierung - kurz: KoKo - der damaligen DDR? Wenn dann noch der Mossad, der Vatikan mit Papst Franziskus, eine geheimnisvolle Mumie auf dem Dachboden, die dort seit mehreren Jahrzehnten hängt, eine mysteriöse Mordserie an älteren Männern, die gar nicht zu existieren scheinen, ein geheimnisvolles Tagebuch, ein blutiger Dolch, eine Entführung, die Triaden und der Eurocopter X3 hinzukommen, ist die Verwirrung komplett.

Aber eigentlich ging es mir bei diesem Buch wie auch schon bei den Bänden davor: zu Beginn bestehen immer große Zweifel, dass all die Handlungsstränge, Zeitebenen und Figuren in irgendeinen sinnvollen Zusammenhang gebracht werden können, hinzu kommt die große Sorge, man könnte bei den ganzen Sprüngen den Durchblick verlieren und wesentliche Faktoren vergessen. Doch Notizblock und Bleistift fliegen bald in die Ecke, denn schließlich bestätigen die Erfahrungen, dass man den Geschichten von Gerd Schilddorfer vertrauen kann. Einfach hinsetzen und sich lotsen lassen, und wie von Zauberhand fügt sich letztlich wirklich alles ineinander, scheinbar Zusammenhangloses ergibt einen gemeinsamen Sinn und die Handlungsstränge greifen letztlich logisch ineinander.


"Ich denke, jetzt ist es Zeit für den alten Mann in der Charlotte Road, seine Karten auf den Tisch zu legen."
"Er wird immer einen Trumpf im Ärmel behalten", gab Alex zu bedenken. "Das liegt in seiner Natur." 
"Aber er muss nicht das ganze Kartenspiel in seinen Ärmel packen", brummte Llewellyn unwillig und leerte seine Kaffeetasse. "Sonst ziehe ich ihm seinen Morgenmantel aus." Dann begann er zu wählen... (S. 525)

Erneut präsentiert der österreichische Autor Gerd Schilddorfer hier eine gelungene Mischung aus historischen Fakten, Actionszenen und viel Humor. Wie immer reizt der Stoff zum Weiterrecherchieren, und so lernt man beim Lesen so ganz nebenher auch noch Wissenswertes. Mir persönlich wurde diesmal der Zufall ein wenig zu arg strapaziert, gerieten die Actionszenen vereinzelt zu James-Bond-mäßig. Ansonsten aber hat auch Band vier mir wieder viele spannende Lesestunden beschert, und sehr gespannt warte ich nun mit den anderen Fans der Reihe auf das fünfte Abenteuer um Finch & Co.!"

Nun, mit James Bond kann ich leben. Der begleitet mich schon mehr als fünfzig Jahre (und hoffentlich noch lange) und ich betrachte ihn als Qualitätssiegel. Daher - soll sein.  Und der Zufall? Vielleicht ist der eine Glaubensfrage - Schicksal oder Zufall? Was vielleicht vordergründig als Zufall erscheinen möchte, wird bei näherem Hinsehen und Hinterfragen oft zu einer ganz logischen Entwicklung. Ich jedenfalls möchte auf die Zufälle in meinem Leben (und es waren derer viele) nicht verzichten. Sie haben mich oft auf neue Wege gebracht. Mich in diese Leserunde gebracht beispielsweise. Oder zu diesem Blog. Ich glaube an Zufälle, ich vertraue ihnen und ich hoffe, es kommen noch viele meines Wegs. 

Samstag, 13. Januar 2018

John Finch und seine Freunde sind zurück!

Livres läßt nicht locker....sie ist schon seit Jahren zu einem fixen Bestandteil der John-Finch-Leserunden geworden und war von "Falsch" an dabei. Sie ist also ganz sicher jemand, der sehr gut beurteilen kann, wie sich die kleine große Welt von John entwickelt hat. Und ja, sie war auch beim vierten Abenteuer dabei und wieder begeistert. Was mich besonders freut, weil es ja immer heißt, nach dem ersten Band lassen die anderen dann stark nach.... Oh nein, ich hab mich dagegen immer gewehrt. Denn erst nach ein paar Abenteuern wächst die Truppe zusammen, gibt es ein Wiedersehen mit 'alten Bekannten', wächst das kleine Universum, das am Anfang nur aus wenigen Menschen besteht, zu einer homogenen Gruppe zusammen. Personen verschwinden, neue kommen hinzu, bleiben und prägen die Geschichten. Alles ist im Wandel, wie in der realen Welt. Ich bin gegen stationäre Bücher, die unverändert auf den gleichen Protagonisten aufbauen, der niemanden kennen lernt und im Alleingang ein Held ist. John und Llewellyn und Amber und die beiden Nerds in Paris sind alles, nur keine fehlerlosen Helden. Sie machen auch einmal einen falschen Schritt, treffen nicht immer die richtige Entscheidung. Sie haben ihre Schwächen und Stärken und ihre Ticks, aber sie bleiben immer eins - nachvollziehbar. Wenn ich ihnen so zuschaue und zuhöre und ihre Abenteuer aufschreibe, dann hätte ich manchmal eine andere Straße genommen, eine andere Abzweigung, eine andere Entscheidung getroffen. Aber - ich bin nur der Chronist...:=)

Hier nun die Rezension von Livres:
"Llewelyn macht in der schottischen Einöde Urlaub und erholt sich fabelhaft…bis ihn ein geheimnisvolle Päckchen erreicht, das eigentlich für einen gewissen Charles Parker bestimmt ist, und bereits vor über 20 Jahren verschickt wurde. Und das einen mysteriösen Inhalt hat…

Als die Architekturstudentin Annette in Berlin ein halb verfallenes Haus begutachtet macht sie eine grausame Entdeckung: eine mumifizierte Leiche, die erhängt wurde! Und auf dem Boden findet sich ein Hinweis in chinesischen Schriftzeichen.

Ebenfalls in Berlin werden mehrere Männer ermordet, alle auf die gleiche Art und Weise. Thomas Calis will eigentlich am nächsten Tag mit seiner Freundin Martina Trapp in den Urlaub fahren, doch dann entdeckt er interessante aber zunächst unerklärliche Parallelen zwischen den Toten.
Auch Pilot und Abenteurer John Finch befindet sich gerade in Berlin bei der Internationalen Luftfahrtausstellung und führt dort einen neuen Hubschraubertyp vor.

Und in Rückblenden wird die Geschichte des deutschen Schiffs „Komet“ erzählt, das während des 2. Weltkriegs im Pazifik unterwegs ist.

All diese Handlungsstränge scheinen auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben, doch es ist nicht immer alles so, wie es scheint…


John Finch ist zurück! „Der Zerberus Schlüssel“ ist der mittlerweile 4. Band in der Reihe um den Piloten und Haudegen Finch und seine Freunde, die man mittlerweile bereits alle in sein Herz geschlossen hat. Wieder darf man die Truppe auf einer waghalsigen Reise quer durch die Welt begleiten, bei der es so einige Verwicklungen gibt und so manches Abenteuer zu bestehen gilt!
Spannend finde ich den stetigen Wechsel zwischen den Erzählsträngen, so dass immer wieder Abwechslung in die Geschichte kommt. Auch die verschiedenen Zeitebenen, auf denen sich Dinge abspielen, tragen zur Spannung bei. Um Verwirrungen zu vermeiden sind die einzelnen Abschnitte mit Ort und auch Zeitangaben versehen, so dass man als Leser immer genau weiß, wo man sich in der Geschichte befindet.

Die Protagonisten hat man mittlerweile liebgewonnen, so dass man sich freut, Neues über sie zu lesen und sie bei ihren Entdeckungen zu begleiten.

Neben der spannenden Geschichte fasziniert mich auch bei den Büchern von Gerd Schilddorfer, dass man durch seine umfangreiche Recherche so reale Dinge erfährt, von denen man vorher noch nichts wusste. Genauso ist es auch bei diesem Buch des Autoren!

Es handelt sich um einen tollen Mix aus Thriller, wahren Fakten, etwas Fiktion und einem guten Schuss Humor und Action!

Ich freue mich bereits heute auf das nächste Abenteuer mit John Finch und seinen Freunden!"  

Mittwoch, 10. Januar 2018

Auch der Vierte Teil liefert Hochspannung

Buchina ist schon seit Jahren dabei, wenn es um ein neues Abenteuer von John und Llewellyn und der gesamten Crew geht. Also hat sie auch diesmal mitgefiebert, auch wenn persönliche Probleme das Lesen nicht immer einfach gemacht haben. Trotzdem hat Buchina den Zerberus-Schlüssel genossen. Hier ist ihre Rezension:

"Mit dem „Zerberus Schlüssel“ liefert Gerd Schilddorfer nun schon den vierten Teil um den Piloten John Finch und seine Geheimdienstfreunde ab. Wieder beginnt der Roman mit einer Vielzahl von Handlungssträngen, die oft weder Ort noch Zeit gemeinsam haben.

Da wird in Berlin eine mumifizierte Leiche von einer jungen Studentin gefunden.
Da erhält Major Llewellyn an seinen Rückzugsort ein Päckchen mit einem Dolch.
Aber auch ein längst vergangener Auftrag in Finchs Vergangenheit scheint eine Rolle zu spielen.
Eine Vielzahl von Geheimdiensten sind beteiligt: die Briten, der Mossad, die Stasi, aber auch der Pabst ist dabei.

Diese Vielzahl an Handlungssträngen machen den 800 Seiten Wälzer zu einem absoluten Lesevergnügen. Denn trotz der Vielzahl an Charakteren und Handlungsorten bin ich nicht durcheinander gekommen. Man muss sich zwar konzentrieren, da es immer wieder Hinweise über die Zusammenhänge gibt, aber es machte mir großen Spass herausgefordert zu werden und selbst zu spekulieren.
Dadurch, dass die Handlung kaum vorsehbar ist und man durch verschiedene Wendungen immer wieder überrascht wird, ließ die Spannung für mich nicht nach. Dazu kommen die Charaktere, die ich schon durch die Vorgängerbände kennen- und lieben gelernt habe. Sie haben ihre Schrullen und sind nicht immer perfekt. Und selbst gut und böse verschwimmt in diesem Teil.

Wie auch in den Vorgängerbänden spielen bestimmte historische Tatsachen eine Rolle. Für mich besonders interessant waren die Aspekte zum Opiumkrieg, von dem ich zwar gehört, aber kaum etwas gewusst habe.

Bei Gerd Schilddorfer merkt man seine Liebe zur Recherche an. Er legt auf viele kleine Dinge in seinem Buch wert und sei es ein Cafe in Berlin. Dadurch habe ich wieder einiges beim Lesen gelernt und verspüre wieder Lust weiter zu recherchieren.

Ich würde mich sehr freuen Finch bei einem 5. Abenteuer begleiten zu dürfen! Denn was gibt es besseres als einen gut recherchierten Abenteuerroman bei diesen grauen Wintertagen?"

Mittwoch, 3. Januar 2018

John Finch (und Gerd Schilddorfer) wieder in Höchstform

Kriminudel ist eigentlich weder eine "Nudel" noch eine reine Krimileserin. Obwohl sie keine Abenteuergeschichten auf ihrem Wunschzettel stehen hat, ist sie von Anfang an dabei gewesen und kommt nun von John Finch und seiner kleinen großen Welt nicht mehr los. Zum Glück!! Sie trommelt in LovelyBooks für meine Bücher, läßt keine wählbare Leserliste links liegen und kann unglaublich charmant unglaublich aufdringlich sein. Ich kann nur jedem Autor empfehlen, eine Kriminudel in seiner Leserunde zu haben. Damit sind die Platzierungen in den LB-Listen gesichert und wenn niemand mehr daran denkt, dann legt Kriminudel noch ein Schäuferl nach (wie wir in Wien sagen) und findet NOCH eine Liste. Ich kann mich bei ihr nur für ihre Ausdauer und ihren Einsatz und ihr Engagement bedanken.
Ganz nebenbei - neben den Reisen um die halbe Welt - liest sie auch noch unermüdlich John Finch und deshalb hat sie auch in der Dominikanischen Republik den Zerberus-Schlüssel ausgelesen. Das neue Jahr ist da und damit auch ihre Rezension. Hier ist sie:

"Das Buch:
Eine erhängte Mumie in einem verlassenen Haus, geheimnisvolle chinesische Schriftzeichen, drei erdrosselte Männer, die Triaden in Berlin - Kommissar Thomas Calis steht vor einem Rätsel. Dann taucht eine geheimnisvolle Todesliste auf, und mit einem Mal befindet sich Calis' alter Freund John Finch auf einer Jagd nach Geheimnissen aus der Kolonialgeschichte. Denn plötzlich führen die Verbrechen der Gegenwart in die dunkelsten Ecken der Vergangenheit und zu einem Grab, das keiner öffnen möchte.


Der Autor: Gerd Schilddorfer wurde 1953 in Wien geboren. Als Journalist arbeitete er bei der Austria Presse Agentur und danach als Chefreporter für verschiedene TV-Dokumentationsreihen (Österreich I, Österreich II, Die Welt und wir). In den letzten Jahren hat er zahlreiche Thriller und Sachbücher veröffentlicht. Gerd Schilddorfer lebt und arbeitet in Wien und Stralsund, wenn er nicht gerade auf Reisen für sein neues Buch ist.


Meine Meinung: Wie schreibt Gerd Schilddorfer auf seiner Internetseite so schön? „Schreiben ist meine Passion, spannende Geschichten erzählen eine Leidenschaft, die mich bereits seit langen Jahren begleitet“.
Und genau das merkt man bei seinen Büchern. Er schafft es immer wieder mich zu fesseln, obwohl Abenteuergeschichten eigentlich nicht zu meinen Favoriten zählen. Er zieht mich bereits mit der ersten Seite in sein Buch und lässt mich bis zur letzten Seite nicht mehr los.
Gerade bei Buchreihen habe ich schon oft erlebt, dass der 1. Band großartig ist und der nächste Band dann leider weit hinter meinen Erwartungen bleibt.
Nicht so bei Gerd Schilddorfer. Wie bereits bei den anderen Büchern der John Finch Reihe baut er von Anfang an grosse Spannung auf. Er fügt seinen Geschichten jede Menge historische Fakten bei und eine gehörige Prise intelligenten Humor. Bereits lieb gewordene und auch neue Protagonisten begleiten den Leser durch die Geschichte. Ich finde bewunderswert wie Gerd Schilddorfer es wieder geschafft hat die einzelnen Erzählstränge gekonnt miteinander zu verknüpfen und alles nach und nach aufzulösen, ohne dass sich die einzelnen Stränge verheddern. Wie bei einem Puzzle fällt zum Schluss alles an seinen Platz und als Ergebnis habe ich ein wunderschönes Bild vor mir.
Gerd Schilddorfer hat mich wieder bestens unterhalten und mir jede Menge neue Erkenntnisse über historische Ereignisse geliefert.
Nun stellt sich nur noch die Frage ob ich auch etwas zu kritisieren habe ?
Ja, dass ich jetzt hier sitze und warten muss, bis endlich wieder ein neues Buch von Gerd Schilddorfer erscheint.


Fazit: Beste Leseunterhaltung, die selbstverständlich 5 Sterne erhält und die es verdient hätte, endlich verfilmt zu werden."

Montag, 1. Januar 2018

Wieder ein gelungener Mix aus historischen Fakten, Legenden und Verschwörungstheorien

smayrhofer läßt nicht locker. Er ist bei jeder meiner Leserunden dabei (nein, ich habe nicht nur Leserinnen....:=) und genießt jedes Mal die 'dicken Schmöker'. Und ich freu mich, dass er noch nicht aufgegeben hat und sich immer wieder von den Geschichten um John und Llewellyn gefangen nehmen läßt. Fünf Sterne für den Zerberus-Schlüssel und hier ist seine Rezension:

"Berlin im hier und jetzt: eine mumifizierte Leiche und eine unheimliche Mordserie an scheinbar unauffälligen Männern bringen Kommissar Thomas Calis und seine Freundin Martina Trapp um den wohlverdienten Urlaub. Dazu ein geheimnisvolles Paket an Major Llewellyn in Schottland und eine geheime Marine-Mission im zweiten Weltkrieg - schon haben wir die Ausgangsbasis für den nunmehr vierten Band mit John Finch und seinen Freunden. Um was es am Ende wirklich geht, offenbart sich dem Leser wie gewohnt erst nach und nach, denn wieder einmal spinnt Autor Gerd Schilddorfer eine Vielzahl an Fäden, die scheinbar keinerlei Berührungspunkte haben. Im weiteren Verlauf der Geschichte werden diese jedoch immer mehr verknüpft, bis am Ende keine (oder zumindest kaum) Fragen mehr offen sind und man nicht nur einen spannenden Thriller gelesen hat, sondern auch einiges dazu gelernt hat. Der inzwischen bekannte Mix aus historischen Fakten, Legenden und Verschwörungstheorien, gewürzt und abgeschmeckt mit einer Prise Schilddorfer-Fantasie, ist lehrreich, komplex und doch unterhaltsam.

Wieder sind alte und lieb gewonnene Helden aus den Vorgänger-Bänden dabei. Neben den Protagonisten John Finch und Major Llewellyn ist da zunächst die graue Eminenz im Hintergrund, der pensionierte Geheimdienst-Chef Peter Compton zu nennen, dem aber dieses Mal die Kontrolle zu entgleiten scheint. Als gebürtiger Berliner habe ich mich natürlich besonders gefreut über das Wiedersehen mit dem aus „Heiß“ bekannten Kommissar Calis und seinem „Spezi“ Gustav nebst Haushund Attila. Der coole und ehrenvolle Meisterdieb Rebus – bekannt aus dem „Nostradamus-Coup“ – ist auch wieder dabei, und der Vatikan inklusive Papst Franziskus mischt auch mit…

Aber was wäre eine spannende und unterhaltsame Geschichte ohne die dahintersteckenden historischen Fakten? Daher muss man an dieser Stelle (mal wieder) die Recherchearbeit des Autors loben. Wenn man sich selbst eingehender mit den Schauplätzen und historischen Hintergründen beschäftigt, stellt man fest, dass zwar einiges weit hergeholt erscheint, aber vieles historisch belegt ist. Und auch wenn es der Autor einem mitunter nicht leicht macht mit seinen verschiedenen Handlungssträngen und Zeitsprüngen, bleibt am Ende doch das Gefühl zurück, dass die ganze Geschichte trotz einiger Zufälle in sich konsistent und nachvollziehbar ist.

Wie seine Vorgänger ist auch „Der Zerberus-Schlüssel“ kein Buch zum „Nebenher lesen“, sondern eins, bei dem man aufmerksam lesen und mitdenken sollte, um in den vollen Lesegenuss zu kommen. Auch sollte man nicht unerwähnt lassen, dass man zwar jedes Buch der Reihe für sich lesen kann, aber aufgrund einiger Querverweise und Referenzen doch besser wäre, die Reihenfolge einzuhalten. Ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Band, auf den wir hoffentlich nicht zu lange warten müssen…"

Ich beeile mich, versprochen!

Der Zerberus-Schlüssel

booky-72 lernte die Gruppe um John Finch erst diesmal kennen und war sozusagen eine Quereinsteigerin. Das fiel ihr nicht immer leicht, darüber schreibt sie auch in ihrer Rezension:



"Nichts mit Urlaub für Kommissar Thomas Calis. Stattdessen hat er einen schwierigen und rätselhaften Fall zu lösen. Viele Fragen, die sich hier stellen. Alles beginnt mit einer mumifizierten Leiche in Berlin, dazu bald einige ältere ermordete Männer und hier gibt es die erste Verbindung und nun dringend Ermittlungsbedarf für Kommissar Calis. Es gibt eine Todesliste, auf der diese Männer standen. Aber es waren nicht die einzigen Namen.

John Finch ist als Titelheld wie im vorherigen Band gefragt mit seiner weit verzweigten Truppe, die durchweg sympathisch erscheint.

Da ich die Vorgeschichte nicht kannte, hatte ich einige Anfangsschwierigkeiten und kam nicht so schnell voran. Viele Protagonisten und Schauplätze, wo man sich erst zurechtfinden muss und aufmerksam lesen sollte. Ist mir aber dann gut gelungen und allgemein fand ich dieses über 800 Seiten dicke Werk sogar lehrreich und ebenso umfangreich mit historischen Fakten ausgestattet. Wahnsinns-Recherche-Arbeit des Autors."

Danke!! Naja, diese zeitintensive Recherche kennen wohl alle meine Leser, die seit "Falsch" die Abenteuer von John verfolgen. Und ich gedenke auch nicht, damit aufzuhören...:=)