Sonntag, 6. August 2017

Geheimnisse, Mysterien - einfach meisterhaft

"Lieber Gerd, schade, dass wir jetzt an diesem Punkt sind. Ich würde gerne noch ein ganze Weile in deinem Buch verweilen. Aber nach dem Buch ist vor dem Buch und wir freuen uns auf den nächsten Teil mit Finch. Bis dahin haben wir uns ja schon mit "Futter" von deinen anderen Werken versorgt.
Wir können dir einfach nur danken, dass wir hier dabei sein durften. Du bist so ein sympathischer Autor und beteiligst dich auch hier so rege. Das muss wirklich gelobt werden. Ich finde auch toll, dass du hier immer wieder Hintergrundinformationen gibts. Ich bin wirklich froh, dass wir dich hier kennengelernt haben bzw. kennenlernen durften. Du gehörst für mich zu einem der besten Autoren."

Ja, da bin ich rot geworden und es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, ich hätte mich über die Worte von KZoesche nicht gefreut. Hier die Rezension:

Gerd Schilddorfer packt einen mit dem ersten Wort. Meisterhafte Spannung, geniale durchdachte Story. Es werden wahre Fakten, existierende Orte sehr schön mit dem Thriller verwoben, dass der Leser teilweise nicht weiß, was Fakt bzw. Gerd Schilddorfers Fantasie ist. Man möchte selbst diese Orte erforschen und auf sich auf die Suche nach der Wahrheit begeben. Ich gebe es ehrlich zu, ab und zu war ich auch erschlagen durch soviel Detailwissen. Ich denke, eine zweite Leserunde für diese Buch tut mir gut. Nur um nochmal Dinge, die ich evtl. überlesen haben nochmal aufzunehmen oder sogar selbst zu recherchieren. Ein Roman, der einfach Lust auf mehr macht.
Der Schreibstil ist anspruchsvoll, lässt sich aber sehr gut lesen. Ich bin sehr flott voran gekommen. Großes Kopfkino mit vielen Bildern und Gefühlen.

Für Gerd Schilddorfer ist Schreiben eine Berufung! Genau das merkt man, wenn man sein Buch liest.

Klare Leseempfehlung.

Spannender Abenteuer-Thriller --- eine Rezension von tweedledee

"Der Nostradamus-Coup" ist der dritte Teil der Reihe um den Piloten John Finch. Ich kenne die ersten Teile leider noch nicht, hatte als Quereinsteigerin aber keinerlei Probleme in die Handlung einzutauchen.

John Finch befindet sich in Libyen, auf einem gottverlassenen Flugplatz inmitten der Wüste, wo er zusammen mit seiner guten Freundin Amber Rains eine restaurierte DC-3 abholen will. Doch schon kurz nach dem Start werden sie von zwei blinden Passagieren bedroht, in einem waghalsigen Manöver gelingt es John, wieder die Kontrolle über seinen Flieger zu erlangen, einer der beiden ungebetenen Gäste findet den Tod. Das Notizbuch, der der Tote bei sich hatte, ist verschlüsselt und birgt einen brisanten Inhalt. Trotz Warnung macht sich John Finch zusammen mit seinen Freunden an die Entschlüsselung des Rätsels, dabei droht ihnen von unterschiedlichen Seiten Gefahr. Denn über ein geheimes Netzwerk sind verschiedene Interessengruppen auf das Notizbuch aufmerksam geworden und wollen es in ihren Besitz bringen. Dabei gehen sie auch über Leichen. Dass sich John und seine Freunde in große Gefahr begeben , bleibt nicht aus.

Das Buch ist mit einem Umfang von 800 Seiten wahrlich kein Leichtgewicht, doch einmal in der Geschichte drin gibt es kein Halten mehr und die Seiten lesen sich fast von selbst. Gerd Schilddorfer schreibt genial, sein Schreibstil ist anspruchsvoll und lässt sich wunderbar lesen.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und die Prologe der jeweiligen Kapitel reichen weit in die Vergangenheit zurück. Vom 14. Jahrhundert bis in die Zeit des zweiten Weltkrieges,  Geschichte und Gegenwart sind perfekt verknüpft. Ich weiß nicht wann ich zuletzt einen Thriller gelesen habe, bei dem der Autor so viel Wissenswertes in die Handlung einfließen ließ, zu Themen wie Geschichte, Kunst, aktuelle Technik, Detailwissen zu Flugzeugen, Nato und so vieles mehr. Unglaublich wie detailliert der Autor hier recherchiert hat. Allerdings muss man beim Lesen auch am Ball bleiben und sich auf die Handlung konzentrieren, sonst verliert man schnell den Überblick bzw. gehen wichtige Details verloren.

Er beschreibt seine Figuren mit viel Fingerspitzengefühl, macht sie authentisch, verleiht ihnen Leben. Auch ohne das Vorwissen hatte ich eine gute Vorstellung von den Hauptprotagonisten, neben John hat mir vor allem die Figur des Rebus sehr gut gefallen. Gewünscht  hätte mir ein Personenregister, da es eine Vielzahl an Akteuren gibt. Ich habe mir zu den einzelnen Personen Notizen gemacht, die mir in der Einstiegsphase geholfen haben.

Was die Story angeht kommt man kaum mal zum Luft holen, so viel passiert. Verschiedene Schauplätze in Europa machen die Handlung abwechslungsreich, die jeweiligen Kulissen werden bildhaft beschrieben, so dass ich hier Kopfkino hatte. Am Anfang steht man als Leser noch vollkommen im Dunkeln, nach und nach ergeben die einzelnen Puzzleteile dann das Bild des großen Ganzen und es wird klar, wieso so viele Gruppen versuchen, dem Geheimnis des Tagebuchs auf die Spur zu kommen. Der Thriller ist in sich rund und auch der Schluss hat mir gefallen.

Fazit: Informativer, spannender Abenteuer-Thriller mit authentischen Charakteren, der mich begeistert hat.

Spannung pur - Der Nostradamus-Coup (mabuerele in der Leserunde)

„...Und sollten Sie auf den Gedanken kommen, auf eigene Faust Recherchen anzustellen, dann unterzeichnen Sie Ihr Todesurteil...Geben Sie mir das Buch oder vernichten Sie es selbst. Es gibt Dinge, an die rührt man besser nicht...“

Obige Mahnung erhält Finch von Khamis Al-Gaddafi, als sich die Wege der beiden in Tunis trennen. Doch Finch wäre nicht Finch, wenn seine Neugier dadurch nicht besonders geweckt worden wäre. Dem Gespräch war einiges vorausgegangen.

Finch hatte sich eine alte DC-3 zugelegt. Die stand auf dem libysche Flughafen Ghad irgendwo im Nirgendwo und wurde dort flugtüchtig gemacht. Zusammen mit Amber Rains wollte er die Maschine nach Tunis fliegen. Beim Abflug stand Gaddafi vor ihm. Finch hatte keine Wahl und musste ihn und seinen Begleiter Umar mitfliegen lassen. Doch einem Finch droht man nicht. Bei einem gewagten Flugmanöver wurde Gaddafi verletzt. Sein Begleiter Umar starb an Genickbruch. Dabei fiel Finch ein Notizbuch in die Hände. Sein Inhalt, insbesondere ein Bild, war Thema des obigen Gesprächs.
Der Autor hat einen fesselnden und abwechslungsreichen Thriller geschrieben. Es ist der dritte Roman, in dem der begnadete Flieger Finch im Mittelpunkt steht. Auch einige weitere Bekannte durfte ich beim Lesen wiedertreffen. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Die knapp 800 Seiten verflogen wie nichts.

Schnell merkte Finch, dass Gaddafis Warnung nicht aus der Luft gegriffen war. Er wurde zum Gejagten. Dabei suchte er nur nach Informationen über ein Bild, das sich im Notizbuch befunden hatte. Die eigentliche Entschlüsselung der sprachlichen Inhalte legte er in die Hände eines englischen Kryptologen.

Der Schriftstil des Buches ist gewohnt abwechslungsreich. Das beginnt schon damit, dass mehrere Handlungsstränge anfangs nebeneinander laufen. Erst im Laufe der Geschichte werden nach und nach die Zusammenhänge aufgedeckt. In einem dieser Nebenlinien spielt Alexander Reiter die Hauptrolle. Er bringt gestohlene Kunstwerke ihren Besitzern zurück. Und dann führt mich der Autor weit zurück in die Vergangenheit. In der Zisterzienserabtei Cambron ist 13. Jahrhundert ein besonderes Dokument angefertigt worden. Auch die jüngere Vergangenheit spielt eine Rolle. Bei der Besetzung des Klosters Admont in der Steiermark war die SS im Jahre 1939 nicht zimperlich. Menschenopfer waren im Vorab eingeplant. Was aber hat all das mit einem Bild des Malers Poussin zu tun?

Neben rasanten Abschnitten gibt es Momente der Ruhe. Ernste Themen wechseln mit humorvollen Sprachstil. Finchs spitze Zunge ist nicht zu unterschätzen. Llewellyns Humor bringt eine besondere Facette in die Geschichte. Dabei gehören gut herausgearbeitete Dialoge zu den Glanzleistungen des Buches, sei es zwischen Finch und Llewellyn oder Sanseverino und Maria, um nur zwei Beispiele zu nennen, die sprachlich und inhaltlich völlig gegensätzlich ablaufen. Sarkastische Bemerkungen über die politische Lage und Moral dürfen nicht fehlen. Treffende Metapher finden sich an vielen Stellen. Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Dazu gehört auch, dass ich vielfältige Informationen über wichtige Lebensabschnitte in ihrer Vergangenheit erhalte. Das gilt selbst für sogenannte Nebenrollen. Da Finch von Kunst nicht allzu viel versteht, war das für den Autor die Gelegenheit, mir als Leser Wissen über Bilder und Kunsthandel zukommen zu lassen. Gleiches gilt für die Geschichte der Handlungsorte. Als Beispiel möchte ich Kloster Admont herausgreifen. Nach dem Lesen des Buches kenne ich nicht nur seine Historie, sondern wurde genau über das Bauwerk und seine Besonderheiten unterrichtet. Auch die österreichische Nachkriegsgeschichte wird thematisiert.
Immer neue Ideen sorgen für eine Erhöhung des Spannungsbogens. Die Geschichte liest sich wie ein Wettlauf um die Entschlüsselung des Buches. Nicht nur Geheimdienste, auch was in der Unterwelt Rang und Namen hat, ist hinter Finch und seinem Wissen her. Dabei ergeben sich ungewöhnliche Koalitionen. Mathematische Spielereien und Grundlagen der Kryptologie gehören zum Handwerkszeug für die Lösung des Rätsels.

Einige Bilder von Poussin veranschaulichen die Geschehen und zeigen die Besonderheit der Gemälde.

Das Cover mit der DC-3 passt perfekt zur Handlung.

Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es steckt voller ungewöhnlicher Ideen und bleibt trotzdem an den meisten Stellen nahe an der Realität. Der Autor beherrscht die Fähigkeit, auf dem schmalen Grat zwischen Wirklichkeit und dichterischer Freiheit gekonnt zu balancieren.

Ein Thriller der besonderen Art...

smayrhofer ist einer meiner treuesten Leserunden-Leser auf LB. Und ich hoffe, er bleibt es noch lange...:=)


John Finch und seine Freunde sind wieder da! Die Geschichte startet dieses Mal auf einem libyschen Wüstenflugplatz, wo Finch eine alte, aber noch gut erhaltene DC-3 käuflich erwirbt, die er mit seiner Co-Pilotin Amber Rains nach Tunis fliegen will. Zwei ungebetene Fluggäste des gestürzten libyschen Regimes wollen die Gelegenheit zur Flucht nutzen, und kurze Zeit später taucht ein mysteriöses Notizbuch mit verschlüsselten Eintragungen und dem Foto eines barocken Gemäldes auf. Allen Warnungen zum Trotz beginnt Finch – unterstützt von alten und neuen Bekannten – mit Nachforschungen, die ihn schon bald durch halb Europa führen. Aber andere mächtige und mehr oder wenige skrupellose Organisationen sind ihnen bereits auf den Fersen, und noch wissen unsere Helden nicht, wonach sie eigentlich suchen…


Drei Jahre mussten wir auf neue Abenteuer von John Finch und seinen Freunden warten. Nachdem „Falsch“ und „Heiß“ noch bei Hoffmann und Campe erschienen sind, hat Gerd Schilddorfer mit seinen John Finch-Thrillern bei Bastei-Lübbe eine neue Heimat gefunden. Und das Warten hat sich gelohnt. Einmal mehr beweist Schilddorfer sein Talent, historische Fakten mit Legenden, Verschwörungstheorien und einer Prise Fantasie zu einer komplexen, aber jederzeit unterhaltsamen Geschichte zu verweben. Man spürt regelrecht, wieviel Recherchearbeit in seinen Geschichten steckt; sowohl reale als auch erfundene Personen wirken sehr lebendig, und die Schauplätze werden äußerst bildreich beschrieben. Aber auch der Leser wird geradezu eingeladen, sich eingehender mit den Schauplätzen und historischen Hintergründen zu beschäftigen. Dabei macht es der Autor einem zunächst nicht leicht, denn wie man es von ihm kennt, werden verschiedene Handlungsstränge in unterschiedlichen Zeiten (die bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen) eröffnet und eine ganze Weile „unverknüpft“ gelassen. Erst nach und nach offenbaren sich die Zusammenhänge; und auch wenn manchmal der Zufall etwas nachhilft (beziehungsweise die künstlerische Freiheit), so bleibt das Ganze doch in sich konsistent und nachvollziehbar. Neben den aus „Falsch“ und „Heiß“ bekannten Protagonisten lernen wir wieder einige neue Charaktere kennen und lieben (oder hassen). Für mich der heimliche Held des Romans: Rebus alias Alexander Reiter, der coolste, aber ehrenvollste Kunstdieb der Gegenwart ;-) Ich hoffe, mein Gefühl trügt nicht und wir werden Rebus in einem der nächsten Bücher wiedertreffen…


Alles in allem ist „Der Nostradamus-Coup“ wieder ein Thriller der besonderen Art; für mich kein Buch zum „Nebenher lesen“, sondern eins, bei dem man aufmerksam lesen und mitdenken sollte, um in den vollen Lesegenuss zu kommen. Bleibt zu hoffen, dass es nicht wieder so lange dauert, bis wir ein neues John Finch-Abenteuer in den Händen halten können…

"Wir leben immer auf Abruf, immer auf dem Sprung, bis wir sterben".

„Wir leben immer auf Abruf, immer auf dem Sprung, bis wir sterben.“
Zum Inhalt: 
John Finch ist wieder da, und wie er da ist. Ein neues großes Rätsel gilt es zu lösen. Erneut dabei sind seine Freunde, die wir schon aus den Vorgängerbüchern kennen. Llewellyn, Amber, Fiona, Peter und natürlich auch der Papagei Sparrow.

Als John ein Notizbuch in die Hände fällt, was über und über mit verschlüsselten Botschaften gespickt ist, weiß er noch nicht, in was für ein explosives Wespennest er sich gesetzt hat. Aber Finch wäre ja nicht Finch, wenn er nicht der Gefahr ins Auge sieht. Dieses Mal versucht John das Geheimnis des Nostradamus zu enträsteln.

Viele Mitstreiter, die ihm das Leben nicht gerade leicht machen, sind mit dabei und somit ist es immer wieder ein gefährliches Unterfangen.

Die halsbrecherische Reise führt Finch & Co durch viele Länder und gefährliche Gegenenden. John ist aber ein Ass und fliegt Manöver, dass sich einem die Nackenhaare hochstellen. Man ist mittendrin und wenn der Magen sich nicht umdreht dabei, hat man das Kopf- und Gefühlskino noch nicht angeschaltet. Bei mir klappte das wieder direkt.

Die Spuren führen uns tief in die Vergangenheit, in die Gegenwart und auch in die Kriegswirren. Die Mitstreiter sind immer auf Augenhöhe, aber es kommen neue Figuren ins Spiel, die dann einen gewissen Vorsprung herausarbeiten.

Die Gefahr ist groß und schon bald werden die ersten Opfer beklagt. Die Spur der Verwüstung geht quer durch alle Länder.

Mehr möchte ich vom Inhalt jetzt gar nicht verraten, lest selbst.

Fazit:

Der Autor Gerd Schilddorfer nimmt uns mit durch Zeit und Raum und das gelingt ihm sofort.

Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen. Einmal angefangen, kann ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich will, nein ich muss, wissen wie es weitergeht.

Die Spannung die von Anfang an vorhanden ist hält das ganze Buch über und fällt nie ab.

Die Charaktere beschreibt der Autor mit sehr viel Gefühl und verleiht Jedem seine eigene Persönlichkeit. Viele kennen wir schon aus den Vorgängerbüchern und wieder erfahren wir noch einige privaten Details aus ihrem Leben. Finch ist ein Draufgänger, ein Mann der die Gefahr liebt, aber nicht darin umkommt. Auch Llewellyn ist aus dem gleichen Holz geschnitzt und ich mag Beide sehr. Auch neue Protagonisten lernen wir kennen und hier muss ich Rebus herausheben. Sofort hatte er sich in mein Herz geschlichen. Unsichtbar, mutig, aber auch auf der Hut und immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ein Robin Hood der Kunstgeschichte. Die Beschreibungen der bösen Figuren sind auch sehr interessant und ausgefeilt, machen sie mir aber nicht sympathisch.

Die Reise die wir machen führt uns in die Kriegswirren, in die Vergangenheit und die Gegenwart. Es prasseln so viele Informationen auf mich ein, die mich manchmal zu erschlagen drohen. Aber Gerd Schilddorfer erklärt alles sehr genau, dass ich das Gefühl habe, ich bin mit dabei. Das Kopfkino schaltet sich sofort ein. Die vielen losen Fäden werden am Ende alle zusammengeführt. Das Geheimnis des Nostradamus ist eine Geschichte, die mich fesselt und nur so durch die Seiten fliegen lässt. Ich möchte unbedingt wissen, ob es den Templerschatz wirklich gibt und er tatsächlich gefunden wird, denn die Rätsel sind vielfältig und es braucht einiges, sie zu entschlüsseln und lösen.

Die Kapitel haben eine angenehme Länge und alle eine Überschrift, das ist auch wichtig, denn sonst wüsste man nicht, wo man sich in der Geschichte gerade befindet.

Hier vergebe ich volle fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung.

Und ich bedanke mich bei ginnykatze für Ihre Rezension....

Und nach dem Warten ist vor dem Warten, nicht? --- von Walli007

Unter dem Titel "DC-Sturzflug" postete Walli007 ihre Rezension:

Lange kann der Pilot aus Leidenschaft John Finch die Ruhe nicht ertragen, da nutzt auch das schönste Hotel in Kairo nichts. Natürlich ergreift er die Gelegenheit eine alte DC-3 zu erwerben und sie von dem Flughafen Ghad in Libyen abzuholen. Gemeinsam mit seiner Co-Pilotin, der begnadeten Mechanikerin Amber Rains, will er nach Überprüfung der Flugfähigkeit der Maschine starten als sich zwei ungebetene Gäste bemerkbar machen. Wer rechnet denn in dieser Wüstenei mit blinden Passagieren? Notgedrungen nehmen John Finch und Amber Rains die Gegenwart ihrer Mitreisenden in Kauf. Etwas dumm, dass die Fremden nicht mit Johns Fähigkeiten als Pilot gerechnet haben. So wird aus zwei Mitreisenden schließlich ein Gefangener und ein Verschwundener. Von eben diesem Verschwundenen bleibt nur ein Notizbuch, das John Finch und seine Freunde auf die Spur eines wahrhaft halsbrecherischen neuen Abenteuers führt.

Endlich ist sie vorbei, die Wartezeit auf eine neue und spektakuläre Rätselaufgabe für John Finch und seine Crew. Mit großer Spannung und einiger Geduld erwartet, stürzt man sich nun am Ende der Durststrecke förmlich in die Lektüre. Gemeinsam mit John Finch, alten und neuen Freunden wirbelt man durch Europa. Man folgt den Spuren des Nostradamus und denen derer, die ebenfalls hinter dem Geheimnis her sind. Gespickt mit historischen Details bietet Gerd Schilddorfer gleichermaßen eine Achterbahnfahrt auf dem Action-Roller-Coaster wie ein spannendes Geschichtsseminar gepaart mit Ausflügen in die aktuelle Lage der Welt.

In Kenntnis der Vorgängerbände um unseren Helden fühlt man sich gleich zu Beginn wie angekommen, nur um sich sofort in die Startlöcher dieser verzwickten Geschichte zu begeben. „Alle Mann an Bord!“ möchte man mit Sparrows Worten krähen, der in keinem Fall fehlen darf. Und so fiebert man auf die Auftritte der alten Bekannten und erwartet mit Spannung, welche neuen Helfer Johns Weg kreuzen werden. Die Spurensuche fesselt in jedem Moment mehr, am Liebsten würde man wie auf einem Langstreckenflug, das Buch am Start aufschlagen und bis zur Landung nicht mehr aus der Hand legen, was allerdings bei knapp 800 Seiten einiger Vorausplanung bedarf. Nach einem atemberaubenden Flug durch die Geschichte gestaltet sich die Landung relativ sanft. Allerdings ist „nach der Lektüre“ auch „vor der Lektüre“ und eine neue Zeit des Wartens auf John Finch beginnt. Im Übrigen sollte der Titel nicht täuschen, die DC-3 fliegt auch am Ende noch.

Für Liebhaber spannender, schneller und intelligenter Abenteuergeschichten ist dieses Buch fast schon ein Muss. Und für Freunde von John Finch & Co. erst recht.

Der fliegende Haudegen ist wieder da! --- von angi_stumpf

Die Geschichte:
John Finch, der fliegende Haudegen ist wieder da! Auf einem kleinen Flugplatz im Wüstenniemandsland wird seine DC-3 von zwei unfreundlichen Zeitgenossen gekapert. Als er sie schließlich wieder los ist, bleibt ein unscheinbares Notizbuch zurück. Doch dessen Brisanz wird John bald klar, als er sich zwischen zahlreichen Fronten wiederfindet: alle möglichen Geheimdienste, Geheimbünde und sogar der IS sind plötzlich hinter ihm her.
Eine atemlose Jagd quer durch Afrika und Europa beginnt, bei der John glücklicherweise wieder tatkräftige Unterstützung von seinen alten Freunden erhält, die – wie er – noch lange nicht in Rente gehen wollen …

Meine Meinung:
Gerd Schilddorfer ist ein ganz besonderer Autor, bei dem man auf jeder Seite seiner Bücher spürt, dass er sie nicht des schnöden Mammons wegen schreibt, sondern weil er tatsächlich ein Erzähler aus purer Leidenschaft ist. Es steckt immer so viel Herzblut und Recherchearbeit in seinen Werken, dass man zwangsläufig Lust bekommt, seine Spuren weiter zu verfolgen: die Bildersuche im Internet ist auf jeden Fall immer hilfreich.

Er nimmt den Leser nämlich immer mit zu ganz besonderen, reellen Orten, wie in diesem Fall zu Klöstern, einem riesigen Stift und vielen anderen historischen Bauwerken und in wunderschöne Städte. Man bekommt durch seine lebendigen Schauplatzbeschreibungen schon immer einen sehr guten Eindruck, aber eine illustrierte Ausgabe der Bücher wäre die Krönung.

Der Autor ist ein begnadeter Geschichtenerzähler, dessen Schreibstil absolut fesselt. Dazu kommen noch seine sympathischen Charaktere, die man einfach mögen muss. John und seine Freunde sind ja nicht mehr die Jüngsten und so ist es wohl auch ihre Lebenserfahrung, die sie oft so besonnen handeln lässt. Wenn es nötig ist, können sie immer noch kräftig zuschlagen, aber durch Unterstützung von geheimdienstlicher Seite können sie auch immer auf allerlei technische Spielereien zurückgreifen.

Die „John Finch“-Reihe ist die perfekte Mischung aus Spannungsliteratur, Geschichtslehrstunde und Reiseführer. Man liest einen fesselnden Thriller, reist um die halbe Welt und nebenbei erfährt man noch viel Historisches. Noch lebendiger wird das alles dank der verschiedenen Zeitebenen: wir reisen für manche Kapitel weit in die Vergangenheit, in anderen dürfen wir wiederum an Erlebnissen während des Zweiten Weltkriegs teilhaben.

Trotz der vielen beteiligten (oft reellen) Personen bzw. Gruppierungen verliert man niemals den roten Faden aus den Augen und immer wieder fallen Puzzlesteinchen an ihren Platz. Am Ende löst sich alles sehr stimmig auf – und man hat nebenbei wirklich etwas dazugelernt, worauf der Autor im Nachwort noch einmal eingeht.

Für zartbesaitete Leser ist dieser Thriller durchaus auch noch sehr empfehlenswert. Es wird zwar reihenweise gestorben in diesem Buch, aber der Autor zelebriert diese Szenen nicht unnötig oder zieht sie in die Länge. Es ist also noch im Rahmen des Erträglichen.

Fazit:
Actionreicher, atmosphärischer, vielschichtiger Thriller mit sympathischen Hauptdarstellern und ganz viel Wissen als Zugabe. Kann ich jedem Spannungsfan nur wärmstens empfehlen!